Posteriore Schulterinstabilität: Evidenzbasierte Therapiepfade zwischen Reha und Rekonstruktion
Wie wirksam ist die arthroskopische Versorgung bei posteriorer Schulterinstabilität – und für wen lohnt sich der Eingriff wirklich? Eine systematische Übersichtsarbeit von Cusano et al. liefert hierzu erstmals eine umfassende Evidenzbasis. Im Fokus stehen Rückkehrraten zum Sport, funktionelle Ergebnisse und Unterschiede zwischen Sportarten – mit besonderem Blick auf die klinische Relevanz für aktive Patient*innen [1].
Anna, 24, Volleyballspielerin, spürt seit einem Aufschlag ein instabiles Ziehen in der Schulter. Acht Wochen Physiotherapie später ist die Kraft kaum besser, das Vertrauen in die Schulter noch weniger. Operation – ja oder nein? Annas Fall steht exemplarisch für viele junge Sportler*innen mit mikrotraumatischer PSI (Posteriore Schulterinstabilität) – unklare Symptomatik, schleppender Reha-Verlauf, therapeutische Unsicherheit. Für Physiotherapeut*innen in der muskuloskelettalen Rehabilitation stellt sich dabei eine zentrale Frage: Wann ist der konservative Weg noch gerechtfertigt – und wann sollte über eine operative Option nachgedacht werden?
Posterioren Schulterinstabilitäten haftet ein paradoxes Image an: selten, aber klinisch relevant; schwer zu diagnostizieren, aber zunehmend operiert. Gerade bei sportlich aktiven Patient*innen stellt sich die Frage nach dem richtigen Timing und der geeigneten Therapieform mit besonderer Dringlichkeit. Zwischen Abwarten und Eingriff liegt ein schmaler Grat – und der verlangt nach Evidenz. Was also sagt die aktuelle Studienlage – und wie viel Orientierung bietet sie wirklich für die Praxis?
Jetzt Mitglied der DK Academy werden und diesen Artikel weiterlesen
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen