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Post-COVID in der Physiotherapie: Sicher behandeln trotz Unsicherheit

Luzie Schmid

Wenn wir an die ersten Monate der Coronapandemie zurückdenken, scheint es fast unwirklich: Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Praxen und die dringende Empfehlung, abends möglichst zu Hause zu bleiben. All das liegt nun bereits mehr als sechs Jahre zurück. Für die meisten Menschen spielt Covid-19 im Alltag kaum noch eine Rolle. Doch während Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen der Vergangenheit angehören, sind gesundheitliche Folgen von COVID-19 nach wie vor präsent.
Am deutlichsten zeigt sich dies im Long Covid oder Post Covid Syndrom. Schätzungen zufolge sind weltweit rund 65 Millionen Menschen betroffen [1], [2]. Die Bandbreite der Symptome ist groß und reicht von chronischer Erschöpfung und Belastungsintoleranz bis hin zu kognitiven Einschränkungen, die den Alltag massiv beeinflussen können. Das Post Covid Syndrom ist ein junges Krankheitsbild, das in der physiotherapeutischen Ausbildung bislang kaum verankert ist. Steigende Fallzahlen treffen auf begrenztes Vorwissen und eine weiterhin lückenhafte Evidenzlage, was die Versorgung zu einer besonderen Herausforderung macht. Postvirale Syndrome sind zwar nicht neu, doch das Ausmaß und Tempo, mit dem es weltweit auftritt, verlangen ein Denken, das klassische klinische und wissenschaftliche Grenzen überschreitet. Für uns Physiotherapeut:innen stellt sich daher die Frage, welche Erkenntnisse die aktuelle Evidenz bereits liefert und wie sich diese in Behandlungs- und Rehabilitationsstrategien übersetzen lassen.

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