Aktiv oder passiv? – Evidenzbasierte Behandlung chronischer Rückenschmerzen
Montagmorgen, 7 Uhr: Frau Müller quält sich mit stechenden Rückenschmerzen aus dem Bett. Seit über sechs Monaten leidet sie unter chronischen unspezifischen Rückenschmerzen ohne klaren Befund, aber mit deutlicher Beeinträchtigung im Alltag. Physiotherapie hat ihr Hausarzt empfohlen, doch welche Form hilft am besten? Bei der letzten Behandlung hat ein Therapeut „eingerenkt“ und massiert, was kurzfristig Linderung brachte. Ein anderer setzt vor allem auf Übungen und Aktivität, was anstrengend ist, aber vielleicht langfristig mehr bringt. Frau Müller ist verunsichert: Soll sie auf passive manuelle Therapie (MT) setzen oder selbst aktiv werden mit Bewegungstherapie (auch exercise therapy, ET)? Sie ist kein Einzelfall. Im Jahr 2015 litten rund 540 Millionen Menschen gleichzeitig unter Kreuzschmerzen; Tendenz steigend auf geschätzte 619 Millionen bis 2020 [2], [3]. Chronische Rückenschmerzen belasten nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich durch Arbeitsausfälle und Behandlungskosten. Die Frage, welche Therapie nachhaltige Besserung bringt, ist daher von großer klinischer Relevanz. Eine neue systematische Übersichtsarbeit von GonzálezGómez et al. (2025) beleuchtet diese Frage und vergleicht Bewegungstherapie mit manueller Therapie bei chronischem Rückenschmerz [1].
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