Der stille Paradigmenwechsel: Warum Bewegung stärker wirkt als Berührung
„Die Physiotherapie steht an einem Scheideweg: Zwei Lager, zwei Philosophien – und die evidenzbasierte Medizin spricht eine klare Sprache. Hands-off-Therapien gelten zunehmend als überlegen, während klassische hands-on-Ansätze ins Hintertreffen geraten.“ [1].
Aktuelle Leitlinienanalysen zeigen, dass aktive, patientenzentrierte Bewegungstherapie in der Mehrheit der Empfehlungen bevorzugt wird, während passive Maßnahmen meist nur ergänzend genannt werden [1]. Dennoch wünschen sich viele Patient*innen weiterhin manuelle Behandlungen, oft aus Gewohnheit oder dem Gefühl, intensiver betreut zu werden.
Die Evidenz bestätigt: Passive Techniken bieten bei muskuloskelettalen Beschwerden keine klaren Vorteile gegenüber aktiven Programmen [2][3].
Es gibt jedoch Hinweise, dass eine Kombination beider Ansätze kurzfristig positive Effekte haben kann. Zwei aktuelle Studien (Franceschi et al. 2024, Buraschi et al. 2024) untersuchen genau diesen kombinierten Ansatz bei Fibromyalgie und unspezifischen Hüftbeschwerden.
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