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„Ohne Bild kein Befund?“ – Bildgebung bei Rückenschmerzen

Dominik Neuberth
Wissenschaftliche Referenz: L. Haslam-Larmer, K. E. Norman, A. M. Patey, et al.,“ ‘It’s hard to trust an individual, it’s easier to trust an image’—patients with low back pain want imaging as a means of coping with uncertainty,”BMC Prim. Care, vol. 26, p. 332, 2025, doi: 10.1186/s12875-025-02998-5 [1].

Internationale Leitlinien sind seit Jahren eindeutig: Bei unspezifischem Low-Back-Pain ist eine routinemäßige bildgebende Diagnostik weder notwendig noch empfohlen. Dennoch gehört die frühe Verordnung von Röntgen- oder MRT-Untersuchungen weiterhin zum klinischen Alltag. Ein zentraler Treiber dieser Diskrepanz zwischen Evidenz und Praxis sind patientenseitige Erwartungen, Ängste und ein vorwiegend biomedizinisch geprägtes Verständnis von Schmerz. Viele Betroffene gehen davon aus, dass erst ein bildgebender Befund eine „echte“ Diagnose ermöglicht und Voraussetzung für eine wirksame Behandlung ist.
Die randomisiert-kontrollierte Studie von Haslam-Larmer et al. (2025) greift genau dieses Spannungsfeld zwischen Leitlinienempfehlungen und Patientenerwartungen auf.

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